Unsere Haut – Aufbau und Funktion

Aufbau der Haut

 

So wie wir für die Gesundheit unserer anderen Organe sorgen, sollten wir für die Gesundheit unseres größten Organes sorgen, der Haut. Je nach Größe und Umfang des Menschen beträgt die Oberfläche der Haut zwischen 1,5 und 2 m2. Die Haut ist schichtartig aufgebaut und besteht aus

  1. Epidermis, die Oberhaut
  2. Corium, die Dermis oder Lederhaut
  3. Subcutis, das Unterhautfettgewebe.

Zusammen werden die Epidermis und das Corium auch als Cutis bezeichnet. In diese Schichten sind die Hautanhangsgebilde eingebettet: die Haare, die Talg-, Schweiß- und Duftdrüsen.

1. Epidermis, Oberhaut

 

Die Epidermis bildet die oberste Hautschicht und somit auch die Oberfläche unseres Körpers. Sie ist selbst gefäßlos, aber ist mit der darunterliegenden Lederhaut verzahnt und wird durch diese mit Nährstoffen versorgt. In die Epidermis sind vereinzelt weitere Zellgruppen eingebettet mit verschiedenen Funktionen wie die Keratinozyten, die Keratin bilden und der Haut Schutz und Stabilität verleihen, die Melanozyten, die den braunen Hautfarbstoff Melanin bilden oder auch die Langerhans-Zellen, die zur Körperabwehr dienen. Die Epidermis ist zwischen 0,4 mm (Augenliedern) und 1 mm (Fußsohlen) dick und wird wiederum in 5 Schichten unterteilt:

  • Keimschicht: Diese Schicht besteht hauptsächlich aus Basalzellen, die die Keimzellen der Epidermis darstellen. Sie teilen sich alle 200 – 400 Stunden und liefern somit neue Zellen, die an die Oberfläche wandern und die dort abgestoßenen Zellen ersetzten. Auch die Melanozyten sitzen in dieser Schicht und bilden den Hautfarbstoff.
  • Stachelzellschicht: In der Stachelschicht sitzen Tochterzellen der Basalzellen, die nur durch “Stacheln” verbunden sind. Durch diesen Aufbau (mit Spalträumen) Druck und Zug abfangen und der Epidermis somit Stabilität verleihen. Auch die Langerhans-Zellen, die der Immunabwehr dienen, sitzen in dieser Schicht.
  • Körnerschicht: Die Körnerzellen enthalten kleine Körnchen, die vermutlich Eleidin produzieren. Diese ölige Substanz durchtränkt die Körnerschicht und folgende Hornhaut, wodurch sie geschmeidig bleiben.
  • Glanzschicht: Diese Schicht ist elastisch und die Hornhaut ist auf ihr verschiebbar, wodurch sie durch plötzliche Stöße geschützt wird. Die Glanzschicht wird auch nur an Stellen mit großer mechanischer Beanspruchung gebildet wie den Händen und Füßen.
  • Hornschicht: Die Hornschicht besteht aus Korneozyten und Zellresten (Schuppen). Sie bildet die oberste Barriere der Haut, die vor chemischen und mechanischen Einflüssen schützt und auch den Verlust oder das Eindringen von Wasser und Substanzen verhindern. Die Hornzellen sind daher zum Schutz von einem Keratinmantel umgeben. Hierbei sollte man beachten, dass auch die Wirkstoffe in unserer Kosmetik somit Probleme mit dem Eindringen haben. Sie dringen meist gar nicht erst in die Hornschicht, geschweige denn in tiefere Schichten ein.

2. Lederhaut

 

Die Lederhaut sitzt unter der Epidermis und ist ein gut durchblutetes Bindegewebe, welches die Versorgung der Epidermis mit Nährstoffen gewährleistet. Sie ist durchsetzt mit sensorischen und vegetativen Nerven. Die Lederhaut besteht aus 2 – 4 % Elastinfasern, die in der Haut ein elastisches Netz bilden. Ab dem 30. Lebensjahr wird die Produktion dieser Fasern verringert, was somit später zur schlaffen Altershaut führt.

In der Lederhaut sitzen außerdem auch die Mastzellen, welche Substanzen wie Histamin und Serotonin sammeln. Sie stellen die Effektorzellen von allergischen Sofortreaktionen dar und sind an Entzündungsreaktionen beteiligt.

3. Unterhautfettgewebe

 

Das Unterhautfettgewebe ist dehnbares Bindegewebe, das mit Fettzellen durchsetzt ist. Der Name dieser Schicht deutet schon darauf hin, dass in ihr Fett gespeichert wird. Ihre Dicke hängt somit auch von der Ernährung ab und dient zum Schutz gegen Stöße und Auskühlung. An den Bereichen von Ohren Nase und Augen ist sie nicht vorhanden.

Drüsen der Haut

 

In der Haut kann man 3 Arten von Drüsen finden:

  • Talgdrüsen: Talgdrüsen haben meist eine Verbindung zu einem Haarfolikel, mit einigen wenigen Ausnahmen wie Lippen und Augenlied. Der Talg innerhalb der Talgdrüsen entsteht aus aufgelösten Zellen. Es ist ein dünnflüssiges Gemisch aus Squalen, Triglyceriden und Wachsen und dient der Fettung von Haut und Haaren, damit diese vor Austrocknung geschützt werden. Es kann jeweils zu einer erhöhten oder verminderten Talgproduktion kommen, wobei dies kaum durch die Ernährung beeinflusst werden kann, auch wenn dies oft angedeutet wird.
  • Duftdrüsen: Diese Drüsen sind ebenfalls mit Haarfollikeln verbunden und kommen nur noch in wenigen Bereichen vor (Achselhöhle, Brustdrüsen, um den Bauchnabel, Gehörgang, Genito-anal-Bereich). Die Drüsen bilden ein geruchloses Sekret, welches erst durch die bakterielle Zersetzung an der Hautoberfläche einen Geruch verströmt.
  • Schweißdrüsen: Über den gesamten Körper verteilt findet man etwa 2 Mio. Schweißdrüsen, die eine wässrige Salzlösung produzieren. Durch Verdunstungskälte auf der Haut reguliert diese die Hauttemperatur. Doch auch unabhängig von der Temperatur kann Schweiß auch durch emotionale Reize produziert werden.

Funktionen der Haut

Unsere Haut hat viele verschiedene Funktionen, sie schützt unseren Körper und verleiht Sinneseindrücke. Unser Hautbild hängt nicht nur von äußeren und inneren Reaktionen ab, sondern kann auch von der Psyche beeinflusst werden.

  • Schutz-und Barrierefunktion: Zum einen gibt uns die Haut einen mechanischen Schutz gegen Druck und Stöße von außen. Zum anderen liefert sie einen physikalischen Schutz, der dafür sorgt, dass tiefer gelegenes Gewebe vor schädlicher UV-Strahlung geschützt wird. Hierfür hat wurden im Laufe der Zeit verschiedene Schutzmechanismen entwickelt. Durch eingelagertes Vitamin E können durch Strahlung entstandene Radikale abgefangen werden. UVA- und UVB Strahlung regen eine erhöhte Melanin an und führen zu einer Verdickung der Haut, was als Lichtfilter dient. Die Zellen auf der obersten Hautschicht sind tot und keratinisiert. Sie dienen als chemische Barriere. Auch das Oberflächenfett der Talgdrüsen ist auf der obersten Hautschicht verteilt. Hierdurch gibt es für Wasser und andere hydrophile Substanzen kaum Eindringmöglichkeiten. Diese Barriere gibt es auch von Innen nach außen und schützt uns vor dem Austrocknen. Durch Talg und Schweiß auf der Haut wird auch ein leicht saurer pH-Wert (4,5 – 5,5= erreicht. Dieser Säureschutzmantel dient als Schutz gegen eine Ansiedlung von Keimen in und auf der Haut, die einen leicht alkalischen pH-Wert zum Überleben brauchen.
  • Stoffwechselfunktion: Die Haut beeinflusst viele wichtige Reaktionen. Sie kann durch die Stärke der Hautdurchblutung die Körpertemperatur regulieren. Falls es kalt ist, wird die Hautdurchblutung verringert, um weniger Wärme nach außen abzugeben. Das Umgekehrte gilt, wenn es dem Körper zu warm ist. Andere Stoffwechselreaktionen, an denen die Haut beteiligt ist sind z.B. die Ausscheidung von Substanzen über den Schweiß, Vitamin-D-Synthese, Speicherung von Energie in Form von Fett.
  • Immunabwehr: In der Haut liegen viele Zellen, die für die Immunabwehr wichtig sind (Langerhans-Zellen, Mastzellen). Sie schützen vor dem Eindringen von Keimen und Fremdkörpern. Eine Überreaktion des Immunsystems zeigt sich in Form von allergischen Reaktionen auf verschiedene Substanzen oder kosmetische Mittel.
  • Sinnesorgan: Die Haut besitzt Zellen und Rezeptoren, über die Sinneseindrücke wahrgenommen werden (Tastsinn, Temperatursinn, Schmerzrezeptoren, Juckreiz).
  • Psycho-soziale Funktion: Die Haut kann bestimme Gefühle wiederspiegeln. Man errötet beispielsweise, erblasst oder bekommt Stressflecken. Da diese Reaktionen vom vegetativen Nervensystem ausgeführt werden, kann man sie kaum kontrollieren. Bestimme psychische Belastungen können bei manchen zu Krankheiten führen wie Lippenherpes oder Neurodermitis. Natürlich kann andersherum auch ein schlechter Hautzustand wie bei Akne oder Psoriasis das psychische Wohlbefinden beinflussen.
Quellen
Quelle: Elsässer, S. (2008). Körperpflegekunde und Kosmetik: Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis (1. Aufl.). Berlin, Deutschland: Springer-Verlag.