Wie bestimmt sich mein Hauttyp?

Der Begriff Hauttyp beschreibt die Hautbeschaffenheit und wird in der Dermakosmetik auch als Hautzustand bezeichnet. Die Hautbeschaffenheit kann sich über die Zeit verändern und hängt von vielen inneren und äußeren Faktoren ab. Über die Gene wird jedem eine Grundbeschaffenheit der Haut vererbt, jedoch kann sich diese durch verschiedene Faktoren anders entwickeln als bei den Eltern.

 

Im Alter wird die Haut meist trockener, Unreinheiten lassen nach und Pigmentflecken bilden sich. Starke Sonneneinstrahlung, extreme klimatische Bedingungen, trockene Luft, hormonelle Einflüsse, Erkrankungen, Medikamente und vieles mehr beeinflussen die Haut und ihr Verhalten. Somit muss die kosmetische Hautpflege immer wieder den aktuellen Hautbedürfnissen angepasst werden.

Liste an Hauttypen: normale Haut, trockene Haut, sensible Haut, Mischhaut, fettige Haut, unreine Haut, reife Haut

Innere Faktoren

 

  • Vererbung
  • Alter
  • hormonelle Lage (z.B. Pubertät, Menstruationszyklus, Schwangerschaft)
  • Erkrankungen (Allergien, Diabetis, psychische Verfassung)
  • Stress

Äußere Faktoren

 

  • Klima (UV-Strahlen, Kälte, Wind)
  • Luftfeuchte
  • Jahreszeit
  • Raumluft
  • Hautpflege
  • Lebensstil
  • Ernährung
  • Medikamente

Bild mit Beschriftung: Unreine Haut

Wie zeigt sich unreine Haut / Akne?

Unreine Haut weist meist die Eigenschaften von fettiger Haut auf, hat jedoch Mitesser (Komedonen), die auch kleine rötliche Pusteln bilden können. Die Mitesser entstehen, wenn ein Folikelkanal eine erhöhte Empfindlichkeit auf Abbauprodukte der Sebumlipide oder komedogene Substanzen aufweist und somit mit erhöhter Hornschichtbildung im Folikelkanal oder in der tiefergelegten Talgdrüse reagiert. Die Talgdrüse vergrößert sich dadurch und ist mit einer verhornten Masse aus Sebum, Hornzellen, Bakterien und Haarresten verstopft.

Man unterscheidet zwischen offenen und geschlossenen Mitesser. Der geschlossene Mitesser liegt tief in der Haut mit engem Folikelkanal. Er ist als rundliche Erhebung auf der Haut zu sehen oder ertasten. Der offene Mitesser liegt weiter oben auf der Haut mit einem erweiterten Folikerkanal, der bis zur Hautoberfläche hin mit verhornter Masse verstopft ist. Durch Melanin und Oxidationsprodukte der Lipide ist diese Masse an der Hautoberfläche schwarz gefärbt.

 

Bei besonders starker Verhornung bläht sich die Talgdrüse Ballonartig auf, wodurch die Follikel und Talgdrüsenwand reißen kann. Somit ergießt sich der Mitesserninhalt in das Gewebe und löst hier eine Entzündungsreaktion mit Eiterbildung aus. Auch ohne Reißen der Drüsenwand kann es bei Aknepatienten durch Bakterienenzyme und Lipidspaltprodukte in der Talgdrüse zu einer Reizung der Drüsenwand und Einwanderung in das umgebende Gewebe der Talgdrüse kommen. Hierdurch entsteht ebenfalls eine Eiterbildung und Entzündungsreaktion. Das Resultat sind schmerzhafte Aknepusteln und -knötchen. Um das Reißen der Mitesser und die Entzündungsreaktion nicht unnötig zu provozieren, sollte an Mitessern und Aknepusteln nicht unnötig gedrückt werden.

 

Bei der Akne weist die Haut meist einen fettigen Zustand auf und ist geprägt durch Mitesser, Pusteln, Zysten und Narben. Sie tritt auf talgdrüsenreichen Hautregionen wie Gesicht, Hals, obere Brust, Rücken, Schultern und Oberarmen auf. Auch wenn Akne zeitlich meist in der Pubertät auftritt, kann sie auch im späteren Erwachsenenalter ausbrechen. An ihrer Entstehung sind die folgenden Faktoren maßgeblich beteiligt:

 

  • fettiger Hautzustand
  • genetische Disposition in der Familie
  • erhöhte Empfindlichkeit auf komedogene Stoffe
  • Besiedlung der Follikel-Ausführungsgänge mit Propionibakterien
  • übermäßige Verhornung der Follikel-Ausführungsgänge

Wie pflegt man unreine Haut / Akne?

 

Ziel der Pflege: Verhinderung einer Verschlechterung des Hautbildes zu Akne, Bindung von überschüssigem Hautfett, Öffnen von geschlossenen Follikeln, Verhinderung der Besiedlung von Follikeln mit Bakterien durch Antiseptika und Vermeidung von komedogenen Substanzen.

 

Reinigen / Tonisieren / Pflegen: Die Pflege von unreiner Haut entspricht der Pflege von fettiger Haut, jedoch können noch verstärkt antiseptische Wirkstoffe (wie Allantoin oder Nikotinamid) und keratolysche Wirkstoffe eingesetzt werden. Bei Akne sollte das Pflegeregime von Reinigung morgens und abends sowie die zusätzliche Pflege durch Peelings und Masken 1–3 mal die Woche streng eingehalten werden. Akne kann jedoch nicht mit nur kosmetischen Mitteln bekämpft werden, eine dermatologische Therapie ist notwendig.

Quellen
Quellen: Elsässer, S. (2008). Körperpflegekunde und Kosmetik: Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis (1. Aufl.). Berlin, Deutschland: Springer-Verlag. | Herrmann, K. & Trinkkeller, U. (2006). Dermatologie und medizinische Kosmetik: Leitfaden für die kosmetische. Heidelberg, Deutschland:Springer Medizin Verlag Heidelberg.