Wie bestimmt sich mein Hauttyp?

Der Begriff Hauttyp beschreibt die Hautbeschaffenheit und wird in der Dermakosmetik auch als Hautzustand bezeichnet. Die Hautbeschaffenheit kann sich über die Zeit verändern und hängt von vielen inneren und äußeren Faktoren ab. Über die Gene wird jedem eine Grundbeschaffenheit der Haut vererbt, jedoch kann sich diese durch verschiedene Faktoren anders entwickeln als bei den Eltern.

 

Im Alter wird die Haut meist trockener, Unreinheiten lassen nach und Pigmentflecken bilden sich. Starke Sonneneinstrahlung, extreme klimatische Bedingungen, trockene Luft, hormonelle Einflüsse, Erkrankungen, Medikamente und vieles mehr beeinflussen die Haut und ihr Verhalten. Somit muss die kosmetische Hautpflege immer wieder den aktuellen Hautbedürfnissen angepasst werden.

Liste an Hauttypen: normale Haut, trockene Haut, sensible Haut, Mischhaut, fettige Haut, unreine Haut, reife Haut

Innere Faktoren

 

  • Vererbung
  • Alter
  • hormonelle Lage (z.B. Pubertät, Menstruationszyklus, Schwangerschaft)
  • Erkrankungen (Allergien, Diabetis, psychische Verfassung)
  • Stress

Äußere Faktoren

 

  • Klima (UV-Strahlen, Kälte, Wind)
  • Luftfeuchte
  • Jahreszeit
  • Raumluft
  • Hautpflege
  • Lebensstil
  • Ernährung
  • Medikamente
Bild mit Beschriftung: Trockene Haut

Wie zeigt sich trockene Haut?

Bei der trockenen Haut ist die Talgproduktion stark vermindert und die wasserbindenden Eigenschaften des Talgs fehlen. Trockene Haut ist meist feinporig, spröde und neigt zur Schuppenbildung. Bei allen entwickelt sich bis etwa zum 60. Lebensjahr ein fettarmer, trockener Hautzustand. Trockene Haut unterliegt einem schnelleren Alterungsprozess als normale Haut. Dieser Hauttyp braucht sorgsame Pflege, um Einrisse und Entzündungen zu vermeiden. Die Haut braucht Fette und feuchtigkeitsspendende Substanzen.

Wie pflegt man trockene Haut?

 

Ziel der Pflege: Verstärkte Zuführung von Lipiden und Feuchthaltefaktoren und Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen.

 

Reinigung: Zur Reinigung des Gesichts sind sanfte Reinigungsmilche oder -cremes geeignet. Ein sanftes Cremepeeling sollte nicht öfter als einmal die Woche durchgeführt werden. Es sollte nur einmal am Tag kurz und nicht zu heiß geduscht werden und maximal einmal die Woche gebadet werden. Generell gilt bei trockener Haut:

 

  • sparsamer Einsatz von Wasser und Reinigungsprodukten
  • Vermeidung von Seifen als Tenside (Pflanzenseifen)
  • Verwendung milder Tenside (Betaine, Kollagentenside)
  • Zusätze von Fetten in Reinigungsprodukten
  • gründliches Abspülen von Reinigungsprodukten, um Rückstände zu vermeiden
  • leicht saurer pH-Wert (5,9-5,5) von Reinigungsprodukten (hautneutral)
  • Vermeidung von Parfümierung und wenn möglich von Konservierungsstoffen

 

Tonisieren: Als Gesichtswasser empfiehlt sich ein alkoholfreies Wasser mit neutralem pH-Wert und feuchtigkeitsspendenden, beruhigenden und entzündungshemmenden Wirkstoffen.

 

Pflege: Als Gesichtspflege empfiehlt sich eine W/O-Creme oder eine fettreiche O/W-Creme ohne Parfum und wenn möglich ohne Konservierungsstoffe. Falls der glänzende Film einer W/O-Crem für den Tag nicht gewollt ist, sollte aber bei der Nachtpflege auf eine fettere Pflege zurückgegriffen werden. Wichtige Inhaltsstoffe sind Glycerin, fette Öle, Hyaluronsäure, Linolensäure, Panthenol, Aloe Vera etc. Zur Ergänzung können Feuchtigkeitskonzentrate unter der Creme aufgetragen werden. Auch die Verwendung von Feuchtigkeitsmasken 1–3 mal die Woche.

Quellen
Quellen: Elsässer, S. (2008). Körperpflegekunde und Kosmetik: Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis (1. Aufl.). Berlin, Deutschland: Springer-Verlag. | Herrmann, K. & Trinkkeller, U. (2006). Dermatologie und medizinische Kosmetik: Leitfaden für die kosmetische. Heidelberg, Deutschland:Springer Medizin Verlag Heidelberg.