Wie bestimmt sich mein Hauttyp?

Der Begriff Hauttyp beschreibt die Hautbeschaffenheit und wird in der Dermakosmetik auch als Hautzustand bezeichnet. Die Hautbeschaffenheit kann sich über die Zeit verändern und hängt von vielen inneren und äußeren Faktoren ab. Über die Gene wird jedem eine Grundbeschaffenheit der Haut vererbt, jedoch kann sich diese durch verschiedene Faktoren anders entwickeln als bei den Eltern.

 

Im Alter wird die Haut meist trockener, Unreinheiten lassen nach und Pigmentflecken bilden sich. Starke Sonneneinstrahlung, extreme klimatische Bedingungen, trockene Luft, hormonelle Einflüsse, Erkrankungen, Medikamente und vieles mehr beeinflussen die Haut und ihr Verhalten. Somit muss die kosmetische Hautpflege immer wieder den aktuellen Hautbedürfnissen angepasst werden.

Liste an Hauttypen: normale Haut, trockene Haut, sensible Haut, Mischhaut, fettige Haut, unreine Haut, reife Haut

Innere Faktoren

 

  • Vererbung
  • Alter
  • hormonelle Lage (z.B. Pubertät, Menstruationszyklus, Schwangerschaft)
  • Erkrankungen (Allergien, Diabetis, psychische Verfassung)
  • Stress

Äußere Faktoren

 

  • Klima (UV-Strahlen, Kälte, Wind)
  • Luftfeuchte
  • Jahreszeit
  • Raumluft
  • Hautpflege
  • Lebensstil
  • Ernährung
  • Medikamente

Bild mit Beschriftung: Reife Haut

Wie zeigt sich reife Haut?

Die meisten Alterungsprozesse der Haut beginnen im 3. und 4. Lebensjahrzehnt und entwickeln sich sehr langsam. Die Geschwindigkeit wird von inneren und äußeren Faktoren bestimmt. Die inneren Ursachen sind genetisch bestimmt:

 

  • verlangsamtes Zellwachstum
  • falsche genetische Codes werden weitergegeben
  • verringerte Qualität des Zellmaterials
  • verlangsamte Stoffwechsel- und Syntheseleistungen
  • verlangsamtes Wachstum der Epidermis
  • geringere Elastizität der elastischen Kollagenfasern
  • geringere Berührungsfläche zwischen Epidermis und Corium
  • verschlechterte Durchblutung
  • verminderte Synthese von Hyaluronsäure, die das Wasserbindungsvermögen des Bindegewebes reduziert

 

Als Folge dieser Prozesse nimmt die Elastizität der Haut ab, sie wird dünner und Falten entstehen. Dieser Alterungsprozess wird durch äußere Faktoren beschleunigt. Als Hauptfaktor gilt das UV-Licht. Doch auch der häufige Umgang mit Waschmitteln oder Wasser, Rauchen, Alkohol, stressige Lebensführung, vitaminarme Ernährung und falsche/unzureichende Hautpflege beschleunigen den Prozess. Um auch im Alter eine gepflegte Haut zu bewahren, sollte auch schon in jungen Jahren eine adäquate Pflege der Haut begonnen werden. Durch kosmetische Mittel kann die Haut vor Licht und vor physikalisch-chemischen Stoffen schützen und in geringem Maß fehlende Substanzen zuführen. Darüber hinaus ist jedoch auch eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol zu empfehlen.

Wie pflegt man reife Haut?

 

Ziel der Pflege: Es gilt die Pflege des trockenen Hautzustandes mit bestimmten Ergänzungen zu übernehmen und irritative Einflüsse zu vermeiden.

 

Reinigen: Aufgrund von Gewohnheiten verwenden viele ältere Menschen die falschen Reinigungsprodukte. Seifen (im schlimmsten Fall Kernseife) werden verwendet, obwohl sanfte Reinigungslotionen verwendet werden sollten. Auch harte Bürsten zur Durchblutungsförderung sollten vermieden werden, da sie die Hornhaut strapazieren und die Haut schädigen. Wesentlich geeigneter sind sanfte Peelings und durchblutungsfördernde Cremes.

 

Pflegen: Die Pflege sollte morgens und abends, jedoch auch nach jedem Wasserkontakt erfolgen. Es sollten verstärkt W/O-Cremes und Wasserfreie Präparate verwendet werden, durch deren Okklusionseffekt der Austritt von Flüssigkeit aus der Haut verringert wird. Als Wirkstoffe eignen sich Glycerin, Harnstoff, Panthenol und Vitamin A sehr gut. Feuchtigkeitsmasken oder besondere Konzentrate sollten so häufig wie möglich verwendet werden.
Die unter älteren Leuten verbreitete Praxis der Einreibung von Hautstellen mit alkoholischen Mitteln wie Franzbranntwein und Arnikatinkturen sollte unbedingt vermieden werden, um die Haut nicht auszutrocknen und zu reizen. Bei der oberflächlichen Behandlung von Muskelschmerzen oder einer schlechte Durchblutung sollte auf eine Salbe oder Creme zurückgegriffen werden.

Quellen
Quellen: Elsässer, S. (2008). Körperpflegekunde und Kosmetik: Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis (1. Aufl.). Berlin, Deutschland: Springer-Verlag. | Herrmann, K. & Trinkkeller, U. (2006). Dermatologie und medizinische Kosmetik: Leitfaden für die kosmetische. Heidelberg, Deutschland:Springer Medizin Verlag Heidelberg.