Weizenkeimöl

Weizen

 

  • Basisöl
  • INCI: Triticum Vulgare (Wheat Germ) Oil
  • Komedogenitätsgrad: 5
  • Zusammensetzung: Linolsäure (bis ca. 54  %), Ölsäure (bis ca. 19 %), Palmitinsäure (bis ca. 17 %), α-Linolensäure (bis ca. 9 %), Stearinsäure (bis ca. 1 %), Tocopherole (primär α-Tocopherol)  und Phytosterole.
  • Iodzahl: 115 – 128.
  • Kosmetische Verwendung: Reife, trockene, schlecht durchblutete Haut.
  • Haltbarkeit: Bei kühler und dunkler Lagerung etwa 6 Monate.

 

Stammpflanze

Weizen ist eine bis zu 150 cm hohe krautige Pflanze. Der Halm ist dünnwändig und hohl, die Blattspreiten sind zunächst behaart, werden mit der Zeit jedoch kahl und rau. Die Blütezeit des Weizens ist von Juni bis Juli. Die Ähren sind meist vierblütig und besitzen vier Seiten. Unterscheidungsmerkmal zu Gerste sind die kurzen Blattröhrchen, die den Halm nicht umschließen. Die Früchte des Weizens sind goldgelbe bis bräunliche Körner, die als Schließfrüchte bezeichnet werden. Die eiförmigen Körnen haben an der Innenseite eine Längsfurche und einen Haarbüschel an der Spitze. Sie besitzen einen Embryo (Keimling), der bis zu 12 % fettes Öl enthält.

Gewinnung von Weizenkeimöl

Das dunkelgelbe Weizenkeimöl wird aus den Keimlingen des Weizens gewonnen. Diese werden mechanisch vom Rest der Weizenfrucht abgetrennt. Das Öl kann dann aus den Keimlingen durch hydraulische Pressung oder Lösungsmittelextraktion gewonnen werden. Daraufhin kann das Öl noch raffiniert werden. Bei der schonenden Kaltpressung gehen keine wichtigen Inhaltsstoffe verloren. Eine weitere Möglichkeit der Ölgewinnung ist die lösungsmittel-freie Extraktion mit dem kritischen CO₂, bei welcher das Öl im Anschluss nicht mehr raffiniert werden muss.

Kosmetische Verwendung von Weizenkeimöl

Aufgrund der aufwändigen Gewinnung sowie des hohen Gehalts an Tocopherol und Linolsäure zählt Weizenkeimöl zu den wertvollsten Ölen. Das im Weizenkeimöl enthaltene Vitamin E dient als Radikalenfänger und wirkt antioxidativ. Somit eignet sich das Öl sehr gut zur Stabilisierung von nicht so oxydationsstabilen Begleitölen. In der Hautpflege versorgt das Öl die Haut mit Feuchtigkeit, sorgt  für eine straffere und jüngere Haut und fördert die natürliche Elastizität und Durchblutung der Haut. Vor allem bei trockener, reifer und fahler Haut unterstützt das Öl die Zellerneuerung und zeigt eine gute Schutz- und Pflegewirkung, um Alterserscheinungen der Haut vorzubeugen.

Das Öl kann auch dem Dehnungsprozess entgegenwirken, der während einer Schwangerschaft vermehrt die Haut belastet und zu Dehnungsstreifen führt.

Weizen

Vorteile von Weizenkeimöl für die Haut

  • geeignet für trockene und reife Haut
  • antioxidative Wirkung
  • versorgt die Haut mit Feuchtigkeit
  • strafft die Haut
  • fördert Elastizität und Durchblutung der Haut
  • unterstützt die Zellerneuerung
  • kann Dehnungsstreifen entgegenwirken

Innerliche Anwendung von Weizenkeimöl

Bei Tieren konnte durch das Weizenkeimöl eine Senkung des Cholesterinspiegels in der Leber und im Plasma festgestellt werden.

In der Ernährung wird das kalt gepresste Weizenkeimöl gerne als wirkungsintensives Öl für Salaten und andere Kaltspeisen verwendet. Aufgrund seines hohen Tocopherolgehalts ist es ein beliebtes Diätöl. Generell gewinnt man durch die Einnahme natürliches Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren.

Weizenkeimöl kaufen – worauf sollte man achten?

Wie bei anderen Pflanzenölen, sollte man auch beim Kauf von Weizenkeimöl darauf achte, dass das Öl durch eine schonende Kaltpressung gewonnen wurde. Nur bei dieser schonenden Kaltpressung bleiben durch die geringe Wärmezufuhr alle wichtigen Inhaltsstoffe im Öl erhalten.

Die Gewinnung des Öls sehr aufwändig und es wird viel Weizen benötigt, daher ist qualitativ hochwertiges Weizenkeimöl in der Regel um einiges teurer als raffiniertes Weizenöl.

Bei Bio-Produkten werden die entsprechenden Pflanzen im Vergleich mit konventionell angebauten Pflanzen nicht mit Pestiziden behandelt. Bio-Produkte kommen auch ohne Gentechnik aus und sind besser für die Umwelt und das Klima. Außerdem enthalten Produkte aus ökologischem Anbau in der Regel mehr Nährstoffe, da die Anbauflächen geschont werden und keine konventionellen Pestizide zum Einsatz kommen.

Bei der Verpackung ist darauf zu achten, dass man das Öl in einer dunklen, lichtgeschützten Glasflasche erwirbt.

Quellen
Quellen: Krist, Sabine (2013): Lexikon der Pflanzlichen Öle und Fett. Wien: Springer Verlag. | Braunschweig, R. (2020): Pflanzenöle - über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege. Wiggensbach: Stadelmann Verlag.

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