Reiskeimöl

Reispflanze
  • Basisöl
  • INCI: Oryza sativa (Rice Germ) Oil
  • Komedogenitätsgrad: 2
  • Zusammensetzung: Ölsäure (bis ca. 48 %), Linolsäure (bis ca. 42 %), Palmitinsäure (bis ca. 23 %), Stearinsäure (bis ca. 3 %), Linolensäure (bis ca. 2 %), Beheninsäure (bis ca. 2 %), γ-Oryzanol (bis ca. 2 %), Phytosterole, Tocopherole.
  • Iodzahl: 89 – 108.
  • Kosmetische Verwendung: Trockene, sensible Haut.
  • Haltbarkeit: Bei dunkler und kühler Lagerung bis zu 12 Monate. Nicht raffiniertes Öl wird jedoch schneller ranzig.

Stammpflanze

Die Kulturreispflanze Oryza sativa wird zwischen 50 und 160 cm hoch und kann bis zu 30 Halme ausbilden. Jeder Halm trägt eine schmale überhängende Rispe mit 80 bis 100 einblütigen Ähren, an denen die harten Deckspelzen (Reisschalen) sitzen. Eine Pflanze kann somit fast 3000 Früchte tragen. Der Spelz bildet die äußerste Hülse des Reiskorns. Unter dem Spelz liegen die miteinander verwachsenen Frucht- und Samenschale. Die Frucht ist eine Karyopse und das Reiskorn selbst besteht fast nur aus reiner Reisstärke. An seinem schmalen Ende sitzt ein Keimling, der für die Entstehung einer neuen Pflanze sorgt und die meisten Nährstoffe enthält.

Gewinnung von Reiskeimöl

Das bräunliche bis gelbe Reiskeimöl wird durch Extraktion mit Hexan der Reiskleie gewonnen, die die Keimlinge bzw. Randschichten des Reiskorns enthält. Reiskeimöl, welches für Kosmetik verarbeitet wird, ist klar bis blassgelb und geruchlos. Die Kleie enthält neben anderen Enzymen sogenannte Lipasen, die eine Zersetzung von Proteinen und Kohlenhydraten bewirken. Diese werden durch Erhitzen der Masse auf mindestens 130 Grad Celsius deaktiviert. Dabei kann es zu einem erhöhten Anteil an freien Fettsäuren kommen, der sich negativ auf die Qualität des Reiskeimöls auswirkt. In diesem Zustand kann das Rohöl nicht zu medizinischen Zwecken oder als Nahrungsmittel verwendet werden, da es ungefähr 3 – 20 % freie Fettsäuren und 5 – 8 % Unverseifbares enthält. Diese müssen erst entfernt werden, weshalb das Öl nach der Extraktion gereinigt und entsäuert wird.

Kosmetische Verwendung von Reiskeimöl

Reiskeimöl gilt in Japan als traditionelles Schönheitsmittel. Das Öl wird als Zusatz zu kosmetischen Produkten für alle Hauttypen eingesetzt. Es gilt als ein eher leichtes, gering fettendes Öl, das gereizte und trockene Haut beruhigt. Die Zusammensetzung aus Linol- und Palmitinsäure, Vitamin E sowie Oryzanol wirkt stark antioxidativ und ist zudem geeignet als natürlicher Schutz vor Sonneneinstrahlung. Das enthaltene Gamma-Oryzanol ist in der Lage die UVA- und UVB-Strahlung zu absorbieren. Das Öl wird daher gerne in Sonnenschutzpräparaten und in der Tagespflege eingesetzt.   Reiskeimöl wird in der Naturkosmetik auch häufig zur Herstellung von Seifen verwendet. Selbst gemachte Seifen aus diesem Öl weisen ähnliche Eigenschaften wie Seifen aus Olivenöl auf. Sie sind sehr weich und entwickeln einen cremigen Schaum.

Reispflanze

Vorteile von Reiskeimöl für die Haut

  • sehr hautfreundlich
  • beruhigt gereizte und trockene Haut
  • hat aufweichende Fähigkeiten
  • leichter natürlicher Sonnenschutz
  • für die Herstellung von Seifen geeignet
  • wirkt antioxidativ

Innerliche Anwendung von Reiskeimöl

Dem Reiskeimöl wird ein positiver Effekt auf das kardiovaskuläre System und eine anticancerogene (Krebs verhindernd) Wirkung aufgrund der unterschiedlichen Komponenten wie y-Oryzanol, Tocotienole, Tocopherole und Squalen zugeschrieben. Diese Komponentne besitzen antioxidative Eigenschaften. Das Öl wird schon seit längerem in Asien als cholesterinsenkendes Mittel eingesetzt, da es Phystosterine enthält (darunter viel ß-Sitosterol), welche die Cholesterinsynthese hemmen können. Außerdem ist y-Oryzanol, welches hauptsächlich aus Reiskeimöl gewonnen wird, in Nahrungsergänzungspräparaten im Bereich Sport zu finden. Es wird spekuliert, dass es den Testosteronspiegel erhöht.

Reiskeimöl kaufen – worauf sollte man achten?

Reiskeimöl wird in verschiedenen Qualitäten angeboten. Diese unterscheiden sich hauptsächlich in der Verarbeitung und ihrem Anteil an Gamma-Oryzanol. Auch der Gehalt an Lecithinen, Phytosterolen und Tocopherolen ist hier sehr variabel. Beim Kauf von Reiskeimöl sollte man daher auf diese Inhaltsstoffe achten. Das raffinierte kosmetische Öl enthält nur noch 1 % des Gamma-Oryzanols, 66 % der Tocopherole und 95 % der Phytosterole. Lecithine sind nicht mehr vorhanden, wobei jedoch rund 99 % der ungesunden Fettsäuren vernichtet werden. Es werden auch kostengünstigere Öle für Hunde und Pferde, die jedoch nicht weiter untersucht wurden. Diese sollte man daher nicht als Lebensmittel oder für kosmetische Zwecke verwenden.

Quellen
Quellen: Krist, Sabine (2013): Lexikon der Pflanzlichen Öle und Fett. Wien: Springer Verlag. | Braunschweig, R. (2020): Pflanzenöle - über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege. Wiggensbach: Stadelmann Verlag.

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