Pfirsichkernöl

Pfirsich aufgeschnitten
  • Basisöl
  • INCI: Prunus Persica Kernel Oil
  • Komedogenitätsgrad: 2-3
  • Zusammensetzung: Ölsäure (bis ca. 70 %), Linolsäure (bis ca. 20 %), Palmitinsäure (bis ca. 10 %), Stearinsäure (bis ca. 2 %).
  • Iodzahl: 94 – 110.
  • Kosmetische Verwendung: Trockene, schuppige, reife Haut.
  • Haltbarkeit: Ca. 6 – 8 Monate. Sollte lichtgeschützt und nicht über Raumtemperatur gelagert werden.

Stammpflanze

Der Pfirsichbaum kann bis zu 8 m hoch werden und hat gerade Zweige, an denen wechselständig Laubblätter angeordnet sind. Diese sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blütezeit des Baumes beginnt in Mitteleuropa im April. Seine Blüten sind rosa oder rot-violett und sitzen einzeln oder zu zweit an den Zweigen und bestehen aus jeweils fünf Kelch- und Kronblättern. Bei den Früchten gilt es eine Vielzahl von Sorten zu unterscheiden. Es gibt weiß- und gelb-fleischige, kernechte und steinlösende sowie früh und spät reifende Sorten. Der Pfirsich besitzt eine blassgrüne oder gelbe, auf der Sonnenseite rötlich überlaufene Fruchtschale, die samtig behaart ist. Das Fruchtfleisch ist saftig und blassgrün oder orange.  Die hellbraunen Steinkerne sind bis etwa 4 cm lang und 2,5 cm breit. Sie haben eine eiförmige, zugespitzte Form und sind tief gefurcht. In der dicken Steinwand liegt der braune Samen, der 30 – 45 % fettes Öl enthält.

Gewinnung von Pfirsichkernöl

Das hellgelb bis goldgelb gefärbte Pfirsichöl wird aus den Samen der Pfirsichkerne gewonnen. Dafür werden die hölzernen Schalen der Früchte entfernt, die Kerne zerteilt und das Öl mit Hilfe eines Lösungsmittels (z. B. Petroleumether) extrahiert. Das Öl kann ebenso durch Kaltpressung gewonnen werden, wobei es im Anschluss meist gefiltert oder raffiniert wird.

Kosmetische Verwendung von Pfirsichkernöl

Pfirsichöl zieht schnell in die Haut ein und hinterlässt ein weiches, angenehmes Hautgefühl. Das Öl kann in allen kosmetischen Formulierungen Anwendung finden. Durch seine Fähigkeit Feuchtigkeit zu binden kann es die Haut vor Austrocknung schützen, weshalb es sich vor allem zur Pflege von trockener, schuppiger Haut eignet, jedoch auch genauso gut bei schlecht durchbluteter Haut helfen kann. Pfirsichkernöl verbessert außerdem die Barrierefunktion der Haut und macht die Haut elastisch. Somit kann der Entstehung von Linien und Fältchen entgegengewirkt werden.

Pfirsich aufgeschnitten

Vorteile von Pfirsichkernöl für die Haut

  • hinterlässt angenehmes Hautgefühl
  • schützt vor Austrocknung
  • gut bei trockener und schuppiger Haut geeignet
  • hilft bei der Durchblutung der Haut
  • verbessert die Barrierefunktion der Haut
  • verbessert die Hautelastizität

Innerliche Anwendung von Pfirsichkernöl

Eine Studie fand heraus, dass die körperliche Entwicklung weiblicher Ratten durch injiziertes Pfirsichkernöl vor der Pubertät in bestimmten Maßen verhindert wurde. Pfirsichkernöl gilt aber aufgrund seines niedrigen Gehalt an Cholesterin als gesundes Öl in Bezug auf auf Blutdruck- und Herzerkrankungen und kann somit in der Nahrungsmittelindustrie verwendet werden.

Pfirsichkernöl kaufen – worauf sollte man achten?

Wie schon erwähnt, kann Pfirsichkernöl durch Kaltpressung gewonnen werden und wird im Anschluss meist gefiltert oder raffiniert. Durch die Raffination verliert das Öl natürlich etwas an Aroma. Wer kaltgepresstes Pfirsichkernöl kaufen möchte, muss mit einem etwas höheren Preis rechnen, da es in dieser Qualität eine echte Rarität ist.   Man sollte beim Kauf von Pfirsichkernöl auch unbedingt auf eine Bio-Qualität achten, da Pfirsiche leider zu den Obstsorten, die häufig mit Schadstoffen belastet sind. Mitarbeiter von Greenpeace haben Pfirsiche und Nektarinen aus Frankreich, Italien, Griechenland und Spanien untersuchen lassen. Dabei war nur eine einzige von 32 Proben frei von Spritzmittelresten. In den anderen Proben wurden insgesamt 23 unterschiedliche Pestizide ermittelt, darunter auch gefährliche Krebserreger und Nervengifte. Um sicherzugehen, dass keine Rückstände von Pestiziden enthalten sind, sollte man daher zu Bio-Pfirsichkernölen greifen. Diese werden regelmäßig auf ihre Reinheit untersucht und das Risiko von enthaltenen unerfreuliche Bestandteilen ist sehr gering. Denn vor allem Öl ist ein guter Träger für Pestizide und hormonähnliche Substanzen, da es diese gut durch die Haut transportiert.

Quellen
Quellen: Krist, Sabine (2013): Lexikon der Pflanzlichen Öle und Fett. Wien: Springer Verlag. | Braunschweig, R. (2020): Pflanzenöle - über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege. Wiggensbach: Stadelmann Verlag.

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