Olivenöl

Olivenöl wird in Schüssel gegossen
  • Basisöl
  • INCI: Olea Europaea (Olive) Fruit Oil
  • Komedogenitätsgrad: 2-3
  • Zusammensetzung: Ölsäure (bis ca. 83 %), Palmitinsäure (bis ca. 20 %), Linolsäure (bis ca. 5 %), Stearinsäure (bis ca. 5 %), Palmitoleinsäure (bis ca. 4 %), Phytosterole, α-Tocopherol.
  • Iodzahl: 78 – 90.
  • Kosmetische Verwendung: Trockene, spröde Haut; Haarpflege.
  • Haltbarkeit: Bei kühler und dunkler Lagerung bis zu 10 Monate.

Stammpflanze

Der Olivenbaum ist ein immergrüner Baum oder Strauch, der zwischen 10 und 20 m hoch wachsen und über 1000 Jahre alt werden kann. Das älteste Exemplar auf Kreta wird auf über 4000 Jahre geschätzt. Junge Bäume haben einen noch glatten und grauen Stamm, der bei fortschreitendem Alter dunkler und spröder wird. Die Blätter sind schmal, lanzettlich bis elliptisch und an der Unterseite silbrig glänzend grau gefärbt und behaart. Die kleinen, weißen bis gelblichen Blüten mit je vier Kron- und Kelchblättern hängen in Rispen von den Ästen. Da der Baum sehr langsam wächst, setzt er erst in einem Alter von 10 Jahren Früchte an. Die Frucht ist eine ellipsoide, einsamige Steinfrucht mit einer dünnen Fruchthaut. Der harte, ölhaltige Samen, ist von weichem, ölreichem Fruchtfleisch umgeben.

Oliven an Baum

Gewinnung von Olivenöl

Das grünlich gefärbte Olivenöl wird aus den Früchten des Olivenbaumes durch Kaltpressung gewonnen. Die Oliven werden zunächst von Fremdkörpern getrennt, gewaschen und anschließend in einem Schneidwerk zerkleinert. Daraufhin wird der Fruchtbrei gerührt, um die Öltröpfchen darin zusammenzuführen. Der Olivenbrei wird in einer Zentrifuge weiterverarbeitet, in der die Feststoffe, Öl und Wasser getrennt werden. Abschließend wird qualitativ hochwertiges Olivenöl sofort nach der Pressung gefiltert, um Trübstoffe zu entfernen.

Kosmetische Verwendung von Olivenöl

Olivenöl zieht langsam in die Haut ein, versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und macht sie weich und geschmeidig. Das Öl ist besonders gut zur Pflege trockener, spröder Haut geeignet. Seine Inhaltsstoffe, vor allem die enthaltenen Fette, helfen der Haut bei der Regeneration. Somit spendet das Öl Feuchtigkeit und sorgt für ein weiches Hautgefühl. Außerdem kann es Faltenbildung verhindern und kleinere Fältchen glätten. Auch in der Haarpflege wird Olivenöl gerne eingesetzt. Die Nährstoffe des Öls helfen dabei Mikroschäden der Haare zu reparieren. Langfristig verleiht es dem Haar einen seidigen Glanz und bessere Sprungkraft.

Olivenöl wird in Schüssel gegossen

Vorteile von Olivenöl für die Haut

  • spendet Feuchtigkeit
  • gut für trockene und spröde Haut geeignet
  • wirkt antioxidativ
  • wirkt positiv auf den Alterungsprozess der Haut

Innerliche Anwendung von Olivenöl

Olivenöl findet umfangreiche Anwendungsmöglichkeiten im gesundheitsvorbeugenden Bereich. Es kann als mildes Abführmittel eingesetzt werden, da es die Darmentleerung fördert und als Gleitmittel dient. Dies kann allerdings leicht reizend auf die Darmschleimhaut wirken, da eine Hydrolyse aufgrund der hohen Konzentration an freien Fettsäuren im Darmlumen stattfindet. Des Weiteren wird es bei Magen- und Darmulcera verwendet, um die Magensäuresekretion zu reduzieren. Olivenöl kann außerdem in Form von Emulsionen bei der Behandlung von Nierenerkrankungen eingenommen werden. Durch seine Inhaltsstoffe wie Squalen, Polyphenole, Vitamin E und Phytosterine hat es antioxidative, anticancerogene (Krebs vorbeugende) und immunmodulatorische (Immunsystem verändernde) Eigenschaften. Die Inhaltsstoffe erhöhen die Immunkompetenz, sind Radikalfänger, hemmen Tumorenentwicklung und verhindern die Zellkernschädigung. Olivenöl hat deshalb auch eine positive Auswirkung auf den Alterungsprozesss des Menschen. Studien konnten belegen, dass Öle mit hohem Anteil ein gesättigten Fettsäuren durch ölsäurehaltige Öle wie Olivenöl, die Serumcholesterolkonzentration senken. Zusätzlich verringert es die Plasmalipide VLDL und LDL und steigert das HDL („gutes“ Cholesterin). Infolgedessen wirkt sich die Einnahme von Olivenöl positiv auf Erkrankungen wie Diabetes, Arteriosklerose, Arthritis oder koronare Herzerkrankungen aus.

Olivenöl kaufen – worauf sollte man achten?

Olivenöl wird zwar EU-weit in acht verschiedene Güteklassen unterteilt, in Deutschland sind aber nur Öle drei verschiedene Klassen erhältlich. Grundsätzlich gilt natives Olivenöl muss durch mechanische oder sonstige physikalische Verfahren unter Temperaturbedingungen gewonnen werden, die nicht zu einer Verschlechterung des Öls führen. Durch zu hohe Temperaturen werden wertvolle Inhaltsstoffe verloren, daher wird auf eine schonende Kaltpressung geachtet. Native Olivenöle dürfen auch nicht mit Ölen anderer Art gemischt werden.   Das  ‚Native Olivenöl Extra‘ oder auch ‚Extra Virgen‘ stellt dabei die höchste Güteklasse der EU-Norm dar. Öl dieser Art muss, wie schon erwähnt, durch Kaltpressung gewonnen werden. Öl dieser höchsten Güteklasse muss außerdem aus der ersten Pressung der Oliven stammen. Es darf maximal 0,8 Prozent freie Fettsäuren enthalten. Diese verleihen Fetten und Ölen einen unangenehmen Geschmack. Auch die Herkunft der Oliven muss bei dieser Klasse genannt werden. Die Güteklasse ‚Natives Olivenöl‘ muss als natives Öl ebenfalls kalt gepresst werden. Der Gehalt an freien Fettsäuren darf hier bei bis zu 2 Prozent liegen. Dieses Öl stammt oft aus der zweiten Pressung der Oliven.   ‚Olivenöl‘ bezeichnet die unterste Klasse, die im deutschen Handel erhältlich ist. Sie beschreibt eine Mischung aus nativem und raffiniertem, also gereinigtem und meist heiß gepresstem Öl.   Wer ein qualitativ hochwertiges Olivenöl kaufen will, sollte daher auf die Bezeichnungen ’nativ‘ und ‚extra‘ achten. Diese sind schonend kaltgepresst und enthalten alle wertvollen Inhaltsstoffe und weisen auch den besten Geschmack auf. Sämtliche Tipps zur Erkennung der Qualität des Öls anhand der Farbe sind nicht wirklich hilfreich, da das Öl sowieso in einer dunklen Glasflasche verkauft werden sollte, um es vor Licht zu schützen. Zusätzlich sollte man auf eine Bio-Qualität achten, um mögliche Rückstände von Pestiziden im Öl zu vermeiden.

Quellen
Quellen: Krist, Sabine (2013): Lexikon der Pflanzlichen Öle und Fett. Wien: Springer Verlag. | Braunschweig, R. (2020): Pflanzenöle - über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege. Wiggensbach: Stadelmann Verlag.

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