Hanföl

Hanföl in Flaschen mit Hanfsamen daneben

 

  • Wirkstofföl
  • INCI: Cannabis Sativa (Hemp) Seed Oil
  • Komedogenitätsgrad: 0
  • Zusammensetzung: Linolsäure (bis ca. 58 %), α-Linolensäure (bis ca. 20 %), Ölsäure (bis ca. 15 %), Palmitinsäure (bis ca. 6 %), Stearinsäure (bis ca. 2 %), γ-Linolensäure (bis ca. 2 %), Tocopherole, Phytosterole.
  • Iodzahl: 143-166.
  • Kosmetische Verwendung: Trockene, schuppige, neurodermitische Haut.
  • Haltbarkeit: Bei dunkler und kühler Lagerung 6 – 9 Monate.

 

Stammpflanze

Die einjährige Hanfpflanze ist ursprünglich in Zentralasien beheimatet und kann eine Höhe von bis zu 7 m erreichen. Die Blätter der Pflanze sind handförmig und besitzen 3 – 11 lange, spitze Abschnitte, die am Rand grob gesägt sind. Da die Pflanze zweihäusig ist, wachsen die männlichen und weiblichen Blüten in der Regel auf unterschiedlichen Pflanzen und sind unterschiedlich gestaltet. Die Früchte der Pflanze sind grünlich-graue Achänen (Nuss-ähnliche Schließfrüchte). Unter der rauen Schale der Früchte befindet sich ein grüner Samen, der etwa 35 % Öl enthält.

Gewinnung von Hanföl

Das gelb-grünliche bis dunkelgrüne Hanföl wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen. Für die Gewinnung des Öls wird der Samen von seiner harten Schale getrennt, die ihn vor Umwelteinflüssen wie Sonnenlicht und Sauerstoff schützt und anschließend gepresst bis Öl austritt. Um die wertvollen Inhaltsstoffe zu wahren, werden die Samen schonend kalt gepresst. Die Presstemperatur beträgt hierbei zwischen 40 und 60 °C.

Kosmetische Verwendung von Hanföl

Hanföl kann innerlich sowie äußerlich angewandt werden. Hanföl wirkt vor allem bei Neurodermitis und Schuppenflechten. Verantwortlich hierfür ist die im Öl enthaltene Gamma-Linolensäure. Das Öl zieht schnell in die Poren ein und wirkt reinigend, beruhigend und kann Juckreiz bei entzündlicher Haut lindern. Aufgrund des hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren, weist das Öl gute Gleiteigenschaften auf.  Hanföl besitzt außerdem regenerierende Eigenschaften, welche besonders gut gegen Austrocknung und das Aufspringen der Haut helfen und bei der Wiederherstellung von Hautlipiden unterstützen. Das Öl gehört zur Gruppe der trocknenden Ölen und so gibt man meist nur einen kleinen Anteil von 10 % Hanföl in Mischungen mit anderen Pflanzenölen. Nennenswert ist auch die Funktion von Hanföl als Weichmacher, weshalb es gut in Shampoos verwendet werden kann.

Hanföl in Flaschen mit Hanfsamen daneben

Vorteile von Hanföl für die Haut

  • zeiht schnell ein
  • wirkt beruhigend
  • hat gute Gleiteigenschaften
  • regeneriert trockene Haut
  • unterstützt die Wiederherstellung von Hautlipiden
  • lindert Juckreiz

Innerliche Anwendung von Hanföl

Hanföl weist wie andere Pflanzenöle einen hohen Gehalt an einfach und mehrfach gesättigten Fettsäuren auf und hilft daher gut gegen hohe Cholesterinwerte. In Hanföl ist wertvolle Gamma Linolensäure vorhanden, welches die schmerzhaften Symptome der Krankheit rheumatischer Arthritis (RA) lindern und Schwellungen abklingen lassen soll. Es wird auch zur Behandlung von prämenstruellem Syndrom (PMS) eingesetzt, da man davon ausgeht, dass ein Mangel an Gamma Linolensäure hierbei eine Rolle spielt. Eine Einnahme von täglich 5 ml Hanföl soll die PMS Symptome mindern können.

Hanföl wird auch zur Reduzierung des Risikos von Herz – Kreislauf – Erkrankungen, Diabetes und anderen chronischen Entzündungen angewendet. Bei epileptischen Anfällen, Multipler Sklerose und chronischen Schmerzzuständen wirkt Hanföl krampflösend. 

Hanföl kaufen – worauf sollte man achten?

Beim Kauf von Hanföl sollte man darauf achten, dass das Öl durch Kaltpressung gewonnen wurde, da somit die meisten wichtigen Inhaltsstoffe enthalten bleiben. Außerdem ist eine Bio-Qualität zu bevorzugen, um zu vermeiden, dass mögliche Rückstände von Pestiziden enthalten sind. Auch sollte das Öl in einer dunklen Glasflasche verkauft werden, um es vor Lichteinstrahlung zu schützen und eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten. Auch wenn die Haltbarkeit einige Monate beträgt, sollte man das Öl nicht auf Vorrat kaufen, da es frisch am wirkvollsten ist.

Quellen
Quellen: Krist, Sabine (2013): Lexikon der Pflanzlichen Öle und Fett. Wien: Springer Verlag. | Braunschweig, R. (2020): Pflanzenöle - über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege. Wiggensbach: Stadelmann Verlag.

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