Distelöl

Distelöl in Flasche neben Distelblüten

 

  • Basisöl
  • INCI: Carthamus Tinctorius (Safflower) Oil
  • Komedogenitätsgrad: 0-1
  • Zusammensetzung: Linolsäure (bis ca. 80 %), Ölsäure (bis ca. 15 %) Palmitinsäure (bis ca. 5 %), Stearinsäure (bis ca. 3 %), Tocopherole (überwiegend α-Tocopherol), Phytosterole, Vitamin A und K.
  • Iodzahl: 140-150.
  • Kosmetische Verwendung: Normale, fettende, unreine Haut.
  • Haltbarkeit: Bei dunkler und kühler Lagerung bis zu 12 Monate.

 

 

Stammpflanze

Die einjährige, in Kultur zweijährige, Färberdistel (auch Saflor) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der aufrechte Stängel mit ausgeprägter Pfahlwurzel  kann eine Wuchshöhe von 60 bis 120 cm erreichen. An ihm wachsen längliche Laubblätter, die am Rand fein dornig gezähnt sind. Die Blüten der Pflanze sind anfangs rotgelb, später orangerot und enthalten 20 bis 150 fünfzipfelige Röhrenblüten. Die Färberdistel bildet elfenbeinfarbige Schließfrüchte (Archänen). Diese Nussfrüchte enthalten einen gelbgrauen bis weißen, von einer Schale umschlossenen Samen, dessen Ölgehalt zwischen 20 % und 40 % der Trockenmasse beträgt. Neben dem fetten Öl enthält die Färberdistel den Farbstoff Saflorrot, auch Carthamin genannt, der aus den Blütenblättern extrahiert werden kann.

Distelpflanze

Gewinnung von Distelöl

Distelöl wird aus den Samen der Färber- oder Saflordistel durch Pressung oder Extraktion gewonnen. Aus 100 kg Samen erhält man durch Pressen 25 kg Rohöl, durch Extraktion 28 kg. Geerntet wird die Pflanze zwischen August und September, wenn sie bereits trocken jedoch noch nicht vertrocknet ist. Anschließend werden die Samen mithilfe von Mähdreschern abgeerntet. Vor der Ölpressung müssen die Distelsamen mehrere Monate trocknen und die Schalen entfernt werden. Ein taugliches Speiseöl erhält man durch anschließende Kaltpressung, ein technisch verwendbares Öl erhält man durch Heißpressung.

Kosmetische Verwendung von Distelöl

Durch den hohen Gehalt an Linolsäure zieht das leichte Öl schnell ein und bildet keinen Film auf der Haut und ist daher sehr gut für fettige Haut geeignet. Das Öl weist eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung auf, weshalb es sich für die Anwendung bei Akne oder Hauterkrankungen eignet. In Körperpflegeprodukten wird das Öl gerne aufgrund seiner zellerneuernden Wirkung, der rückfettenden Eigenschaften sowie seiner Schutzfunktion eingesetzt. Nennenswert ist auch die Verwendung von Distelöl zur Seifenherstellung, da sich daraus eine weiche Seife herstellen lässt.

 
Distelöl in Flasche neben Distelblüten

Vorteile von Distelöl für die Haut

  • zieht schnell ein ohne Film zu hinterlassen
  • wirkt entzündungshemmend und antibakteriell
  • für fettige und unreine Haut geeignet
  • hat eine zellerneuernde Wirkung

Innerliche Anwendung von Distelöl

Distelöl hat einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und sorgt somit für eine Senkung des Cholesterinspiegels und wird zur Prophylaxe und Behandlung von Hypercholesterinämie verwendet. Der hohe Gehalt an Linolsäure in Distelöl hilft außerdem dabei kardiovaskuläre Erkrankungen vorbeugen, da es Agonisten der Blutgerinnung hemmt und somit das Thromboserisiko senkt. Aufgrund der gesundheitsfördernden, antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften von Distelöl wird es in verschiedenen Arzneimittel angewendet.

Distelöl kaufen – worauf sollte man achten?

Beim Kauf von Distelöl sollte man sich für ein kalt gepresstes und natives Distelöl Anbau entscheiden, da bei diesem keine wichtigen Wirkstoffe durch Hitze verloren gegangen sind. Deshalb sollte man auf die Bezeichnungen „unraffiniert“ oder „nicht raffiniert“ achten. Da das hochwertige Distelöl sehr lichtempfindlich ist, wird es von guten Anbietern in dunklem Glas verkauft.

Um sicherzugehen, dass im Öl auch nur gute Rohstoffe enthalten sind, sollte man auch auf eine Bio-Qualität achten.

Quellen
Quellen: Krist, Sabine (2013): Lexikon der Pflanzlichen Öle und Fett. Wien: Springer Verlag. | Braunschweig, R. (2020): Pflanzenöle - über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege. Wiggensbach: Stadelmann Verlag.

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