Babassuöl

Babassu

Marcelo Cavallari [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

 

  • Pflanzenfett
  • INCI: Orbignya Oleifera (Babassu) Seed Oil
  • Schmelzpunkt: 22-26 °C
  • Komedogenitätsgrad: 1
  • Zusammensetzung: Laurinsäure (ca. 40 %), Ölsäure (ca. 16 %), Myristinsäure (ca. 15 %), Linolsäure (ca. 4 %), Caprinsäure (ca. 6 %) und Caprylsäure (ca. 4 %).
  • Iodzahl: 10-17.
  • Kosmetische Verwendung: Alle Hauttypen; trockene, fettende, unreine Haut, Mischhaut.
  • Haltbarkeit: Da das Öl hauptsächlich aus Glyceriden gesättigter Fettsäuren besteht, ist es bis zu zwei Jahre haltbar.

 

Stammpflanze

Die Babassupalme ist in Brasilien beheimatet und kann bis zu 20 m hoch werden. Jede Palme besitzt zwischen 200 und 400 Fruchtbündel, die bis zu 2 m lang sind. Diese tragen Früchte, die etwa 10 cm lang und 5 cm breit sind. Im harten Fruchtfleisch befinden sich 3–5 Samen, die im Inneren weiß und ölhaltig sind.

Gewinnung von Babassuöl

Eine von zwei Methoden der Gewinnung von Babassuöl ist die Heißwasserflotation. Bei dieser werden die Kerne erst geröstet und danach zerstoßen. Im Anschluss wird Wasser hinzugegeben und das Gemisch gekocht. Somit kann das Fett, das an die Oberfläche gestiegen ist, abgeschöpft werden. Die andere Methode der Gewinnung ist die Kaltpressung der gemahlenen Kerne, bei welcher das Öl im Anschluss meist raffiniert wird.

Natives Babussuöl weist eine talgartige Konsistenz auf und riecht nussig, talgig und kokosartig. In diesem Zustand weist das Öl eine gelblich weiße Farbe auf. Wird das Öl raffiniert, so ist es geruchlos und weiß.

Kosmetische Verwendung von Babassuöl

Bei Erwärmen auf Körpertemperatur schmilzt Babassuöl und zieht schnell in die Haut ein, wobei ein kühlender Effekt beobachtet wird. Das Öl spendet der Haut Feuchtigkeit, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen. Vor allem trockene Haut freut sich über die Pflege mit Babassuöl, da ein weitergehender Feuchtigkeitsverlust unterbunden wird. Doch auch bei fettiger Haut oder Mischhaut mit entzündlichen Unreinheiten wird Babassuöl eingesetzt, da es aufgrund des hohen Laurinsäure-Gehalts verschiedene entzündliche Prozesse hemmt.

Babassuöl wurde auch schon seit langem zur Seifenherstellung verwendet, da sich harte, gut schäumende Seifen daraus herstellen lassen. Aufgrund der schäumenden Eigenschaft ist das Öl auch für Shampooseifen gut geeignet und wird vor allem bei strapaziertem / trockenem Haar eingesetzt.

Babassu

Vorteile von Babassuöl für die Haut

  • zieht schnell ein
  • wirkt kühlend
  • spendet Feuchtigkeit
  • wirkt entzündungshemmend
  • hat leicht schäumende Eigenschaften

Innerliche Anwendung von Babassuöl

Die Verdauung von gestillten Babys wird durch den Laurinsäure-Anteil in der Milch erleichtert. Da der Anteil dieser Säure im Babassuöl mit etwa 45 Prozent vergleichsweise hoch ist, geht man davon aus, dass die Einnahme des Öls gleichermaßen Verdauung und Immunkräfte stärkt.

Babassuöl kaufen – worauf sollte man achten?

Da die Nüsse des Babassubaums als nicht ausreichend gewinnbringend eingestuft werden, wird der Anbau von Babassupalmen teilweise vernachlässigt. Somit ist Babassuöl auch etwas rar. Wer auf Fair Trade Wert legt, sollte bedenken, dass manche Besitzer von Babassupalmfeldern die Ernte unter Gewaltandrohung verbieten. Somit können die Arbeitsbedingungen von Erntehelfer entsprechend gefährlich sein. Doch in einigen Teilen Brasiliens wurde das „Free Babassu Law“ eingeführt, welches für freien Zugang zu den Anbaugebieten der Babassupalme sorgen soll. Für viele Bewohner kann somit die Lebensgrundlage, die durch die Ernte und die Ölproduktion gesichert werden kann, verbessert. Dies ist jedoch der Grund, warum es bisher eher wenige Produkte mit Babassuöl oder reines Babassuöl im Handel gibt.

Wer Babassuöl kaufen möchte, sollte auf eine entsprechende Qualität des Öls achten. Viele Anbieter bringen Babussaöl auf den Markt, dass nicht ausreichend raffiniert bzw. gereinigt wurde. Daher ist bei reinem Babassuöl Vorsicht geboten.

Quellen
Quellen: Krist, Sabine (2013): Lexikon der Pflanzlichen Öle und Fett. Wien: Springer Verlag. | Braunschweig, R. (2020): Pflanzenöle - über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege. Wiggensbach: Stadelmann Verlag.

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