Arganöl

Arganöl in Flasche mit Nüssen

 

  • Basisöl
  • INCI: Argania Spinosa Kernel Oil
  • Komedogenitätsgrad: 0
  • Zusammensetzung: Ölsäure (bis ca. 45 %), Linolsäure (bis ca. 35 %), Palmitinsäure (bis ca. 18 %), Stearinsäure (bis ca. 7 %), Phytosterole, Tocopherole.
  • Iodzahl: 98.
  • Kosmetische Verwendung: Trockene, reife, spröde, unreine, fettende Haut; Haarpflege.
  • Haltbarkeit: Bei kühler und dunkler Lagerung etwa 15 Monate.

 

Stammpflanze

Der Arganbaum ist ein stacheliger Strauch / Baum, der in Marokko beheimatet ist. Er kann bis zu 10 m hoch und bis zu 150 Jahre alt werden. Der Baum hat schmale, längliche und wachsige Blätter. Im Sommer und in der Trockenzeit verliert der Baum einen Teil seines Laubes. Der Baum beginnt ab einem Alter von 5 Jahren Früchte zu tragen. Diese sind rund / oval, grün und enthalten eine Nuss mit harter Schale. Sie ähneln im Aussehen einer Olive, nicht jedoch in der Größe. Bei Reife haben sie eine helle gelbe Farbe. Jede Frucht enthält 1–3 ovale, braune Samen, die bis zu 50 % hellbraunes Öl enthalten.

Arganbaum

Gewinnung von Arganöl

Arganöl wird durch Pressung oder Extraktion mit Lösungsmitteln gewonnen. Bei der handgepressten Methode werden die Nüsse der Früchte mit Steinen zerbrochen (und die Kerne anschließend geröstet) und mit Wasser zu einem braunen Teig gerieben. In Marokko wird Arganöl aus ungerösteten Samen für kosmetische Zwecke bevorzugt. Anschließend wird der Teig so lange geknetet bis er fest wird und man die erhaltene Flüssigkeit abgießen kann. Die Kerne können jedoch auch mechanisch direkt gepresst werden, was weniger Aufwand darstellt. Jedoch sollen auf diese Weise weniger Säuren im Öl enthalten sein. Bei der Extraktion durch Lösungsmittel kann jedes Lösungsmittel eingesetzt werden. Das somit entstandene Öl wir nur für kosmetische Zwecke eingesetzt.

Kosmetische Verwendung von Arganöl

Arganöl beugt einer Austrocknung der Haut vor und sorgt somit für eine glatte und geschmeidige Haut. Das Öl ist daher sehr gut für trockene und spröde Haut geeignet. Das Öl wirkt entzündungshemmend, heilt und pflegt die strapazierte Haut. Die antibakterielle und desinfizierende Wirkung macht Arganöl auch zu einem geeigneten Öl für unreine und zu Akne neigender Haut.

Aufgrund des Vitamin E-Gehalts von Arganöl besitzt es eine antioxidative Wirkung. Durch diese wird die Lipidschicht der Haut regeneriert, Radikale neutralisiert und somit das Bindehautgewebe geschützt.

Arganöl in Flasche mit Nüssen

Vorteile von Arganöl für die Haut

  • spendet Feuchtigkeit
  • wirkt entzündungshemmend
  • wirkt antibakteriell
  • pflegt trockene und spröde Haut
  • für unreine Haut geeignet
  • wirkt antioxidativ
  • macht die Haut glatt und geschmeidig

Innerliche Anwendung von Arganöl

Arganöl enthält einen hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren und besitzt auch einen hohen Anteil des Antioxidans α-Tocopherol. Aufgrund dieser Inhaltsstoffe kann durch die Einnahme von Arganöl der Blutdruck reguliert und der antihypertensive Effekt beeinflusst werden.

Aus einer Studie hat sich ebenfalls ergeben, dass eine durchschnittliche tägliche Einnahme von 15 g Arganöl den Plasma-LDL-Cholesterinspiegel senkt. Zum anderen geht man anhand der Studienergebnisse davon aus, dass die Einnahme von Arganöl, aufgrund der antioxidativen Aktivität des Öls, den Vitamin E – Plasmaspiegel erhöht und der Lipoperoxidspiegel senkt. Daraus lässt sich schließen, dass Arganöl den Lipidstoffwechsel positiv beeinflusst und so das Risiko von Herz-Gefäß-Krankheiten senkt.

Arganöl kann auch als Nahrungsergänzung mit Nutzen eines Antioxidans eingenommen werden. Das enthaltene γ-Tocopherol hemmt die Cyclooxigenaseaktivität und erhöht die Konzentration im Plasma und Gewebe. Man nimmt an, dass dies vor Entzündungen schützt, die durch reaktive Sauerstoffspezies verursacht werden. Arganöl hat außerdem einen relativ hohen Gehalt an Squalen (313 mg/ 100g Öl), welches gegen Hautkrebs schützen soll. 

Arganöl kaufen – worauf sollte man achten?

Arganöl kann man aus gerösteten oder aus ungerösteten Kernen kaufen. Für die Küche greift man aus geschmacklichen Gründen meist zu Arganöl aus gerösteten Kernen. Will man das Öl aber zur Pflege von Haut und Haaren verwenden, sollte man eher zu Öl aus ungerösteten Kernen greifen, da beim Röstvorgang ein Teil der hochwertigen Inhaltsstoffe verloren geht. Als Pflegeprodukt sollte man immer natives, kaltgepresstes Öl verwenden, um das Maximum an Pflegewirkung zu erhalten. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass es sich um 100% reines Arganöl ohne weitere Zusätze handelt.

Um sicherzugehen, dass keine Rückstände von Pestiziden enthalten sind, sollte man zu zertifizierten Bio-Arganölen greifen. Diese werden regelmäßig auf ihre Reinheit untersucht und das Risiko von enthaltenen unerfreuliche Bestandteilen ist sehr gering. Denn vor allem Öl ist ein guter Träger für Pestizide und hormonähnliche Substanzen, da es diese gut durch die Haut transportiert.

Quellen
Quellen: Krist, Sabine (2013): Lexikon der Pflanzlichen Öle und Fett. Wien: Springer Verlag. | Braunschweig, R. (2020): Pflanzenöle - über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege. Wiggensbach: Stadelmann Verlag.

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