10 Heilpflanzen, die du kennen solltest

Verschiedene Pflanzensträucher getrocknet

Bei Krankheiten und Beschwerden wird typischerweise zu Medikamenten aus der  relativ umstrittenen Pharmaindustrie gegriffen. Das Interesse an natürlichen, pflanzlichen Alternativen steigt aber seit Jahren. Immer mehr Menschen halten Ausschau  nach alternativen Heilmitteln, die ihre  Beschwerden mit Hilfe von natürlichen Produkten mindern oder  vorbeugen.
Dieser Beitrag gibt eine Starthilfe für diejenigen, die selbst noch wenig Erfahrung mit Heilpflanzen gemacht haben. Wir stellen 10 von vielen wichtigen  Heilpflanzen sowie ihre Wirkung vor,  die unsere Gesundheit fördern und unsere  Schmerzen jeglicher Art lindern können.

Arnika-Tinktur

1. Arnika

Die Wundkraut Arnica Montana, uns besser bekannt als Arnika, gehört zu der Familie der Korbblüttler. Sie ist dafür bekannt, bei Verletzungen vieler Art zu helfen.

Wirkung: Auf der einen Seite weisen die Blüten der Arnika  eine desinfizierende Wirkung auf und kommen deshalb bei  der Wundheilung zum Einsatz. Arnikatinkturen  helfen Verletzungen zu mindern, die beispielsweise beim Sport entstehen. Auf der anderen Seite findet die Arnica Montana auch als  Salbe Verwendung. Sie wirkt bei Muskelkater entspannend sowie vorbeugend und sollte deswegen in keiner Sporttasche fehlen! Die Salbe wirkt nämlich selbst  bei Zerrungen von Muskeln und Prellungen schmerzlindernd und regt die Durchblutung im  Körper an.

Aber nicht nur beim Sport kommen Missgeschicke vor. Auch zuhause kann es schnell zu Wunden nach Stürzen oder leichten Verletzungen kommen. Die Heilpflanze sollte deshalb nicht nur in Sporttaschen, sondern für Notfälle auch zuhause nicht fehlen.

ACHTUNG: Korbblütler können allergische Reaktionen hervorrufen. Eine Anwendung auf geschädigter Haut und offenen Wunden wird nicht empfohlen.

Heilfplanze-Baldrian-Blumen

2. Baldrian

Probleme beim Ein- oder  Durchschlafen hatten wir alle mindestens einmal in unserem Leben. Nach einer schlaflosen Nacht  macht sich meistens eine Tagesmüdigkeit, verbunden mit erhöhter Erschöpfung, bemerkbar. Ohne erholsamen Schlaf fehlt meist die nötige Kraft den Tag effektiv zu nutzen. Baldrian (Valeriana officinalis) hilft dabei diese Probleme zu minern.

Wirkung: Das Heilkraut wird vor allem als pflanzliches Beruhigungsmittel verwendet. Baldrianöl wirkt als ätherisches Öl zunehmendem Stress oder Sorgen, die sich tagsüber ansammeln schrittweise entgegen, so dass man vor dem Schlafen gehen zurück zu einem entspannen Zustand kehrt. Baldrian im Tee oder in Tabletten verbessert die Schlafqualität. Zum Beispiel wird  die Einschlafzeit verkürzt und  das Durchschlafen innerhalb von wenigen Wochen gefördert. Es kann einen großen Unterschied machen dank solchen Heilpflanzen innerhalb von Minuten einschlafen zu können, wenn einen Schlafstörungen quälen.

Ist einmal ein erholsamer Schlaf erreicht, hilft Baldrian bestenfalls dabei innere Ruhe zu erlangen. Schlussendlich kann ein entspannter Schlaf und ein allgemeines Wohlbefinden unter Anderem dafür sorgen, erholt in den Tag zu starten.

ACHTUNG: Baldrian zeigt seine Wirkungen meist erst nach einigen Wochen. Wer vermehrt schwerwiegende Insomnien hat und keine Besserung sieht, sollte sich ärztlichen Rat einholen.

3. Ingwer

Es ist  schon seit tausenden von Jahren bekannt, dass Ingwer (Zingiber officinale) nicht nur dem Essen eine besondere Note verleiht, sondern auch als Heilpflanze durch ihre kurativen Verdienste in der Heilkunde an Bedeutung zunimmt.

Ingwer enthält Gingerol, welches Schärfe verleiht, die nicht unbedingt bei jedem beliebt ist. Dennoch glänzt die Ingwerpflanze durch ihren hohen Vitamingehalt an Eisen, Magnesium  & co.

Wirkung: Ingwer kann bei (Reise)Übelkeit helfen. Spätestens eine Stunde vor Reiseantritt, kann man die Pflanze in Form von Tropfen, Kapseln oder Tabletten einnehmen. Besonders im Winter, wirkt die Vitaminbombe Wunder. Ingwertee in  Kombination mit Honig und Zitrone hilft lästige Erkältungen im Winter loszuwerden und den schwachen Körper mit wichtigen Vitaminen zu versorgen. Dadurch wird eine schnelle Genesung angestrebt. In Pulverform aber auch roh, kann Ingwer auch in Suppen untergemischt und verzehrt werden.

ACHTUNG: Menschen mit einem besonders empfindlichen Magen, sollten übermäßige Ingwerkonsum vermeiden. Ingwer kann dafür sorgen, dass mehr Magensäure gebildet wird, welche Magenschmerzen hervorrufen kann.

Heilpflanze-Kamille-Blume

4. Kamille

Mehrere Arten der Kamille haben heilsame Wirkungen. Am wirksamsten ist die echte Kamille oder Matricaria chamomilla. Sie wächst inzwischen in allen gemäßigten Klimaregionen der Welt.

Wirkung: Die Kamille kann sehr vielseitig als Heilpflanze eingesetzt werden. Sie wirkt entzündungshemmend, desinfizierend und krampflösend. Verwendet man sie als Tee kann sie bei Entzündungen im Mund sowie Magen helfen und so auch Magenkrämpfe lindern. Mann kann den Tee auch inhaliert und so Entzündungen in Nase und den Atemwegen abklingen lassen. Die in der Kamillenblüte enthaltenen Schleimstoffe regulieren eine übermäßige Säureproduktion im Magen, wodurch Kamillentee auch bei Sodbrennen und Gastritis Abhilfe schaffen kann.⁠

Kamille findet auch äußerlich Anwendung in der Behandlung von Entzündungen. Bei kleinen Schürfwunden können Infektionen vorgebeugt werden, indem man diese mit abgekühltem Kamillentee auswäscht. Auch als Gesichtswasser zur Behandlung von unreiner Haut eignet sich Kamillentee.

ACHTUNG: Kamille kann die Haut stark austrocknen und die Augen reizen. Bei einer Überempfindlichkeit auf Korbblütengewächse ist die Anwendung nicht empfohlen.

Heilpflanze Melisse Pflanzenblätter

5. Melisse

Die Melissa officinalis, wegen ihres zitronenartigen Dufts auch Zitronenmelisse genannt, zählt  zu den Heilpflanzen, die für ihre beruhigende Wirkung bekannt sind.

Wirkung: Das Haupteinsatzgebiet der Melisse ist das Nervensystem. Die ätherischen Öle in den Blättern der  Melisse duften nicht nur angenehm, sondern helfen bei vielen nervlich bedingten Problemen wie Unruhe, und Reizungen sowie großen Belastungen.

Sehr beliebt ist der Melissen-Tee. Er riecht nicht nur gut, sondern hilft dabei  Nerven zu beruhigen, und den Körper zur Ruhe zu bringen. Melissenblätter können das Vollgefühl verringern und Darmbeschwerden lindern.

ACHTUNG: Melisse kann zwar eine beruhigende Wirkung hervorbringen, aber nicht unbedingt garantieren. Bei langanhaltenden, nervlichen Belastungen und Sorgen sollte deshalb zunächst ärztlicher Rat eingeholt werden.

Ringelblume

6. Ringelblume

Die Ringelblume (Calendula officinalis) gehört wie die Arnika zur Familie der Korbblütler und kommt wie viele andere Heilpflanzen für verschiedene gesundheitlichen Beschwerden zum Einsatz.  

Wirkung: Einerseits  hilft Ringelbumentee bei Menstruationsproblemen. Andererseits kann die Calendula aber auch zur Wundbehandlung eingesetzt werden und Wunder wirken. Die Blüten der Ringelblume steuern durch ihre reinigende und antibakterielle Wirkung zur Wundheilung bei. Ringelblumensalben erzielen auch eine positive Wirkung bei zum Beispiel Verbrennungen. Als Ringelblumentinktur kann die Calendula bei beständigen Hautproblemen äußerlich angewendet werden.

Heilpflanze-Salbei-Blumen

7.  Salbei

Der Salbei (Salvia officinalis) gehört mit zu den wichtigsten Heilpflanzen, die seit Jahrhundert Anwendung in der Naturheilkunde findet.

Wirkung: Im ätherischen Öl der Salbeiblätter ist unter anderem Cineol enthalten, welches bei Erkältungen Viren los wird und Entzündungen im Mundraum heilt. Salbeibäder kommen denjenigen zugute, die starkem und häufigem Schwitzen ausgesetzt sind, da Salbei unter Anderem die Schweißbildung hemmt. Die Heilkraut wirkt als Tee adstringierend bei Verschleimung der Atemwegsorgane  und hilft auch bei Verdauungsproblemen. Medizinisch zeigt die Heilkraut stärkende und entzündungshemmende Wirkungen.

Heilpflanze-Schafgarbe-Blumen

8. Schafgarbe

Die Schafgarbe ist eine beliebte klassische Heilpflanze, die für die Verdauungsorgane und Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden kann. Äußerlich kann sie ähnlich wie die Kamille verwendet werden.

Wirkung: Diese Heilpflanze ist seit jeher als Mittel bekannt, um den Blutfluss zu stillen. Die beruhigende Wirkung der Schafgarbe löst Krämpfe, fördert den Gallenfluss und bremst Entzündungen der Schleimhäute. Die Pflanze wirkt innerlich sowie äußerlich antibakteriell. Besonders wirksam gegen Entzündungen ist das ätherische Öl der Schafgarbe.

Schafgarben-Tee wirkt zudem gegen einen gereizten Darm oder einen schmerzenden Magen. Schafgarbe fördert  dazu den Appetit, da sie den Fluss der Gallenflüssigkeit unterstützt.

ACHTUNG: Bei den schweren Erkrankungen, wie etwa bei Angina Pectoris oder Blutungen sollte man die Schafgarbe nur unterstützend anwenden. Diese Heilpflanze ersetzt keine Beratung mit einem zuständigen Arzt.

Heilpflanze-Thymian-Pflanze

9. Thymian

Echter Thymian oder auch Thymus Vulgaris wuchs früher nur im Mittelmeerraum, ist heute aber überall vorzufinden.

Wirkung: Das im Thymian enthaltene ätherische Öl wirkt schleimlösend und desinfizierend. Somit hilft er bei Atemwegsproblemen wie Husten oder Bronchitis.

Thymian hilft auch bei Magen-Darm-Problemen. Hierbei wird die Speichel- und Magensaftproduktion angeregt. Bei Blähungen und Sodbrennen soll das Gewürz ebenfalls helfen können.

ACHTUNG: Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Thymianpräparate nur nach Absprache mit dem Arzt verwendet werden.

Spitzwegerich auf Wiese

10. Spitzwegerich

Der Spitzwegerich oder Plantago lanceolata ist eine einheimische Heilpflanze, die auch unter dem Namen Spießkraut bekannt ist. Seit der Antike ist bekannt, dass in dem unscheinbaren Kraut arzneilich wirksame Inhaltsstoffe enthalten sind.

Wirkung: Seit dem 11. Jahrhundert wird die Heilpflanze bei Husten, Fieber und Insektenstichen verwendet. Inhaltstoffe wie zum Beispiel Kieselsäure wirken antibakteriell und adstringierend. Andere Wirkungen der Heilpflanze sind entzündungshemmend, reizmildernd und hustenlösend.

Durch die enthaltenen Schleimstoffe wirkt das Kraut auch lindernd bei Halsschmerzen, denn es bildet einen wohltuenden Schutzfilm auf den Schleimhäuten.

Heilpflanzen als Alternative zur Schulmedizin

Heilpflanzen sollten dank ihrer unterschiedlichen Wirkungsweise bei gesundheitlichen Beschwerden mehr in Betracht gezogen werden. Sie finden in Form von Salben, Tees oder auch als ätherische Öle Anwendung in der Naturheilkunde. Darüber hinaus leisten sie einen tollen Beitrag bei der Schmerzbehandlung. Im Gegensatz dazu werden Antibiotika und Medikamenten kritisch betrachtet, da sie aus umstrittenen chemischen Stoffen hergestellt werden sowie mit Nebenwirkungen einhergehen.
Probiere selbst gerne aus, welche von den genannten Heilpflanzen dir idealerweise bei deinen Schmerzen hilft. Wie toll ist es nämlich, wenn du gesundheitliche Probleme mit natürlichen alternativen Produkten mindern oder auch vorbeugen kannst, um das Beste für dich und deine Gesundheit zu tun.

WICHTIG: Die Informationen zu Heilpflanzen in diesem Beitrag sollen nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Bei fortlaufenden Beschwerden und fehlender Besserung sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.

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